Fryboyter

Github mit Mercurial nutzen

Vor ein oder zwei Wochen habe ich mir eines meiner Git-Repository zerlegt. Da mich die Lösung viel Zeit, zu viele Nerven und zwei Commits gekostet hat, bin ich nun wieder bei Mercurial gelandet. Dieses Werkzeug mag zwar nicht so mächtig wie Git sein, die Fehlermeldungen sowie die Dokumentation sind meiner Meinung nach viel besser verständlich.

Allerdings will ich auch weiterhin Github aufgrund dessen weiter Verbreitung nutzen. Sei es nun um dort selbst etwas zu veröffentlichen oder um mich an Projekten Dritter zu beteiligen. Mercurial bietet hierfür ein Plugin, dass sich hg-git nennt. Damit kann man ein Git-Repository herunterladen und es wird lokal automatisch in ein Mercurial-Repository umgewandelt. Nimmt man nun Änderungen vor, werden diese dann vor dem Hochladen in ein Git-Repository so geändert, dass sie mit Git kompatibel sind. Die Einrichtung von hg-git ist zudem ziemlich einfach.

Ich gehe bei folgender Anleitung davon aus, dass sowohl Mercurial als auch python-dulwich auf dem Rechner installiert ist und das im Home-Verzeichnis das Verzeichnis Projekte existiert. Dem Verzeichnis kann man natürlich einen anderen Namen geben.

Zuerst wechselt man im Terminal Emulator seiner Wahl in das Verzeichnis Projekte und läd dort die Dateien von hg-git herunter.

cd ~/Projekte
hg clone https://foss.heptapod.net/mercurial/hg-git hg-git

Alternativ kann man hg-git auch über die Paketverwaltung seiner Distribution installieren.

Als nächstes erweitert man die Datei .hgrc im Home-Verzeichnis um folgenden Inhalt. Falls die Datei noch nicht vorhanden ist, einfach anlegen und die drei Zeilen eintragen.

[extensions]
hgext.bookmarks =
hggit = ~/Projekte/hg-git/hggit

Zeile zwei aktiviert das Plugin Bookmarks das in diesem Fall Branches simuliert. Zeile drei aktiviert das eben heruntergeladene Plugin hg-git.

Im Verzeichnis Projekte laden wir nun mit folgendem Befehl ein Git-Repository herunter (die Github-Adresse sowie das Zielverzeichnis fryboyter.git bitte entsprechend an die eigenen Gegebenheiten anpassen).

hg clone git@github.com:Fryboyter/Hugo.git fryboyter.hg

Da hierbei von Git zu Merurial umgewandelt wird, kann dies je nach Größe des Repository etwas dauern.

Als nächstes wechselt man in das Verzeichnis in dem das nun erstellete Mercurial-Respository liegt. In diesem Beispiel also fryboyter.hg. Dort führt man abschließend noch den Befehl hg bookmark -f main aus. Anstelle von main muss man die Bezeichnung des Haupt-Branch angeben. Ansonsten erkennt Mercurial bei einem Push keine Änderungen.

Nun sollte alles funktionieren. Bei meinen Tests konnte ich zumindest problemlos von Github pullen und zu Github pushen. Mehr brauche ich in meinem Fall eigentlich auch nicht. Was mir bei der ganzen Aktion aufgefallen ist, dass das lokale Mercurial-Repository weniger als 30 MB groß ist. Das lokale Git-Repository hingegen belegt etwas mehr als 60 MB. Davon geht die Welt jetzt nicht unter aber es ist trotzdem ein interessantes Detail.

OSBN | Allgemein

Heptapod - Gitlab mit Unterstützung von Mercurial

Bei Heptapod handelt es sich um eine Plattform zur Versionsverwaltung ähnlich Github. Im Gegensatz zu Github basiert diese allerdings auf Gitlab und unterstützt dank der Entwickler auch Mercurial. Vor ein paar Jahren hatte ich bereits in einem Artikel, bei dem es um die Einstellung der Unterstützung von Mercurial bei Bitbucket ging, schon einmal auf Heptapod hingewiesen. Damals war die Plattform allerdings noch neu und unfertig.

Da ich vor ein paar Tagen mir ein Git-Repository zerschossen habe (Layer-8-Problem) und mich die Lösung viel Zeit und Nerven gekostet hat, habe ich mich mal wieder im Bereich der Versionsverwaltung Mercurial umgesehen. Heptapod gibt es immer noch und inzwischen ist es auch öffentlich nutzbar. Neben heptapod.host was hauptsächlich für Unternehmen gedacht ist, gibt es auch noch das kostenlose Angebot https://foss.heptapod.net/public das sich an FOSS-Projekt wendet.

Wer selbst hosten will, findet alle nötigen Informationen unter https://heptapod.net/pages/get-heptapod.html#get-heptapod.

Intern werde ich vermutlich wieder auf Mercurial wechseln. Git ist mir zu mächtig und zu kompliziert. Zudem finde ich die Dokumentation von Mercurial deutlich besser.

Aufgrund der weiten Verbreitung werde ich aber auch weiterhin Github nutzen, da es hierfür inzwischen funktionierende Lösungen gibt. Aber das ist ein Thema für einen weiteren Artikel.

OSBN | Allgemein

Bitbucket verabschiedet sich von Mercurial

Wer als Versionsverwaltung Mercurial verwendet und diese nicht selbst hosten will nutzt vermutlich meist das Angebot von Bitbucket.

Auf dem offiziellen Blog wurde nun bekannt gegeben, dass in einigen Monaten die Unterstützung für Mercurial eingestellt wird. Bitbucket setzt dann wie andere Anbieter (z. B. Github oder Gitlab) nur noch auf Git.

Ab dem 01. Februar 2020 kann man bei Bitbucket keine Mercurial-Repositories anlegen. Ab dem 01. Juni 2020 ist dann endgültig Schluss und die vorhandenen Repositories werden gelöscht.

Wer also Projekte bei Bitbucket hostet, sollte bis spätestens 31. Mai seine Daten sichern und sich nach einer Alternative umsehen.

Ich vermute die Entscheidung von Bitbucket wird dazu führen, dass einige Projekte nun zu Git wechseln.

Wer weiterhin Mercurial nutzen will, kann sich https://www.mercurial-scm.org/wiki/MercurialHosting ansehen. Dort werden einige alternative Anbieter (die mich auf den ersten Blick alle nicht beigeistern) aufgeführt.

Ebenfalls werden dort Möglichkeiten zu selber hosten genannt. Hier finde ich vor allem Heptapod interessant. Hierbei handelt es sich um einen Fork von Gitlab der Mercurial unterstützt. Zudem sind die Entwickler von Gitlab dem Fork postiv gesinnt und unterstützen die Entwicklung. Laut den Entwicklern ist Heptapod allerdings noch in einem frühen Entwicklungsphase. Wer also Mercurial für wichtige Projekte nutzt, sollte daher noch abwarten.

OSBN | Allgemein

Hooks unter Mercurial

Gestern hatte ich ja bereits einen Artikel veröffentlicht, der die Versionsverwaltung Mercurial betrifft. Das betreffende Projekt wurde bisher mit Git verwaltet. Hierbei gab es auch einige Hooks. Hiermit lassen sich zum Beispiel automatisch Befehle ausführen wenn ein neuer Commit hochgeladen wurde. Hierfür verwendet man den Hook “post-receive” wie ich es vor kurzem in einem Beitrag beschrieben habe. Zu diesem hat Tux auch einen Kommentar abgegeben, dass dies zum Beispiel auch mit Mercurial möglich ist.

An sich absolut korrekt, aber entweder ist die Dokumentation verbesserungswürdig oder ich stand auf der Leitung. Ich gehe an der Stelle mal von letzterem aus.

Unter https://www.mercurial-scm.org/wiki/Hook wird das ganze beschrieben. Jedes mal wenn ich einen Commit einpflege, soll ein Hook ausgeführt werden. Also habe ich in der Konfigurationsdatei hgrc folgendes eintragen.

[hooks]
commit = /pfad/zur/Datei/commithook

Unter /pfad/zur/Datei/ habe ich dann die Datei commithook angelegt und dort eben das Script eingetragen, dass ausgeführt werden soll. Anschließend habe ich die Datei ausführbar gemacht.

Es hat aber nicht funktioniert. Die Commits sind zwar angekommen, der Hook wurde aber nicht ausgeführt. Nach etwas Google-Fu habe ich dann auch gemerkt wieso. Der Commit-Hook funktioniert scheinbar nur, wenn man den Commit direkt im Repository macht. Nicht jedoch wenn man diesen per push einträgt.

Man muss daher in die Datei hgrc folgendes eintragen.

[hooks]
changegroup = /pfad/zur/Datei/commithook

Damit wird der Hook dann auch immer bei einem Commit ausgeführt.

OSBN | Allgemein

Git zu Mercurial konvertieren

Oft kommt es vor, dass jemand von einer Versionsverwaltung zu Git wechselt. Ab und zu kommt es aber auch vor, dass jemand von Git auf eine andere Lösung wechseln will. Kürzlich hatte ich solch eine Anfrage. Gewünscht war Mercurial.

Das betreffende Git-Repository war noch recht frisch aber es gab bereits Commits im niedrigen dreistelligen Bereich. Zu viele um diese in Mercurial manuell anzulegen.

Was aber gar nicht nötig ist. Mercurial bietet die Möglichkeit der Konvertierung an.

Nehmen wir einmal an im Home-Verzeichnis gibt es das Verzeichnis repository. In diesem befindet sich das Verzeichnis blog.git in welchem das Git-Repository vorhanden ist.

Als erstes erzeugt man im Verzeichnis repository das Unterverzeichnis blog.hg und welchselt in dieses. Dort erzeugt man dann mittels “hg init” ein Mercurial-Repository. Hierbei wird das Verzeichnis .hg erstellt. In diesem erzeugt man die Datei hgrc mit folgendem Inhalt.

[extensions]
hgext.convert=

Hiermit aktiviert man die Erweiterung mit der man die Konvertierung vornehmen kann.

Nun führt man im Verzeichnis blog.hg folgenden Befehl aus.

hg convert --datesort ~/repository/blog.git ~/repository/blog.hg

Das ganze dauert dann etwas. Aber wenn alles geklappt hat, sollte man ein Mercurial-Repository mit allen Commits, Dateien usw. wie im Git-Repository erhalten. Sieht man sich das Verzeichnis blog.hg an, sieht man allerdings weiterhin nur das Unterverzeichnis .hg. Das Problem behebt man in dem man den Befehl “hg update” ausführt. Sieht man sich danach das Verzeichnis blog.hg an sieht man auch die ganzen Dateien die man ursprünglich zum Git-Repository hinzugefügt hat.

OSBN | Allgemein